Teddy aus dem Tierheim oder eine Kastration mit Folgen
unseren Teddy habt ihr ja auf unserer HP schon gesehen*g* und die folgende Geschichte soll Euch zeigen was wir mit ihm so erlebt haben.
Gesehen haben wir ihn in einem Tierheim und er tat uns so leid, weil er ja ganz alleine saß. Wir suchten einen kastrierten Bock für unsere Weibchen und fanden Teddy. Nun er war ja noch nicht kastriert aber das Tierheim wollte die Kastration von einem Tierarzt machen lassen, so daß es e i g e n t l i c h keine Probleme geben sollte.
Wir gaben also unser Einverständnis (obwohl mir schon etwas mulmig wurde) ist halt´ eine OP und das ist ja immer mit einem Risiko verbunden. Der Termin stand fest und da wir kurz vor´m Wochenende standen, sollte Teddy noch bis Montag warten. Ich fragte natürlich nach der OP-Uhrzeit -wollte schließlich in Gedanken bei ihm sein- um mich danach telefonisch nach seinem Befinden zu erkundigen. Morgens sollte die Op stattfinden und Mittag´s rief ich an um nachzufragen. Ihm ging es da wohl noch nicht gut. Denn er soll wohl noch sehr schlapp gewesen sein. Wir sind gleich hingefahren aber sehen durften wir ihn nicht (?). Man sagte uns, daß er ja nach der Kastration nach "Hause" könnte und wir machten uns große Sorgen. Wir warteten auf den versprochenen Rückruf vom TA (Tierarzt) . Auf den Anruf warteten wir allerdings vergebens*grumml* . Am nächsten Tag sollte es soweit sein. Wir fuhren hin und konnten ihn mitnehmen. Wir erkundigten uns noch beim TA was wir bei der Nachsorge beachten mußten und fuhren dann heim. Wir hatten einen separaten Käfig für ihn bereitgestellt, der extra nur mit Zeitungspapier ausgelegt war (wichtig für die Wundheilung weil Späne nicht so hygienisch ist) da die Wunde "augenscheinlich" sehr gut aussah, war es kein Problem ihn einmal Auslauf zu gewähren. Wir trugen Teddy vorsichtig in unser Auslauf Gehege (im Zimmer). Dieser ist mit Teppichboden versehen. Er genoß den Auslauf sehr (immerhin war er ja eine Zeitlang dauernd im Käfig) und lief ein wenig herum. Doch schnell fiel uns auf -er war unter Dauerbeobachtung- daß da irgendwas nicht stimmte. Er zog sein linkes Hinterbein, nach sich und knabberte sich immer wieder an sein Füßchen. Ich war geschockt!!!! Was war denn nun los????Schnell nahmen wir ihn wieder raus und behielten ihn auf dem Schoß. Er versuchte immer wieder an sein Füßchen rumzuknabbern, das mittlerweile auch anfing zu bluten. Da gab´s nur eins, den TA anrufen. Der war natürlich nicht zu erreichen und wir fuhren mit dem kleinen Kerl wieder zum Tierheim. Dort sagte man uns, daß es eine Notrufnummer geben würde und sie bemühten sich, den TA zu erreichen. Ohne Erfolg. Da nur Pfleger vor Ort waren und die eben so ratlos wie wir, mußten wir uns um einen anderen TA bemühen. Da wir schon Negativ-Erfahrungen hatten mit unserem verstorbenen Spikey, (bekam falsche Spritze!) waren wir völlig hilflos, einen geeigneten TA zu finden, der sich sehr gut mit Meeris auskennen sollte. Die Pfleger meinten, wir hätten ihn wohl mit anderen Meeris zusammengebracht und irgendein Anderes hätte ihn wohl gebissen oder er hätte sich in irgendeiner Heuraufe "verfangen". Also ich war sprachlos, ganz so blöd sind wir ja nun auch nicht*gg* und aufgrund dessen, daß er eh´ nicht zu seinen Mädels konnte (zwecks Nichtdeckens!) war er ja separiert!!!!!
Da stimmte was nicht, so weit war´s klar. Aber was, das sollten wir wohl schnell erfahren. Wir wurden wieder nach Hause geschickt um erstmal abzuwarten. Ich wollte aber nicht abwarten und wir bekamen die Empfehlung uns mit dem TA (Dr. B.) in Verbindung zu setzen, der vorher da gearbeitet hatte. Wir sind sofort dahin gefahren und irgendwie war ich beruhigter, denn ich wußte gleich wird man ihm weiterhelfen. Teddy wurde untersucht und schnell war klar, daß es Schwierigkeiten unter der OP gegeben haben mußte. Die Wunde war o.k. aber es sind Nerven verletzt worden (so spekulierte Dr.B.) und das war für Teddy derart schmerzhaft, daß der Kleine Kerl sich vor lauter Schmerz das Füßchen annagte. (Erklär mir das so, daß er da Schmerz empfand und den damit loswerden wollte) Das er sich dabei selbst verletzte war ihm nicht klar und wir konnten ihm das schlecht erzählen obwohl ich es trotzdem versucht habe (was natürlich nicht half*g*)Er bekam einen kleinen Verband für´s Füßchen und ein Wundspray. Wir sind wieder nach Hause und haben ihn in seinen Käfig gesetzt. Er sollte sich jetzt von dem ganzen Streß erholen! Da wurde natürlich nichts daraus. Wieder auf andere Sachen konzentriert (hab ja noch Kinder, Haushalt usw.*g*) dachte ich mir, jetzt geht´s ihm bald wieder gut. Zwischendurch einen Blick geworfen............ja und kaum, war ich 1/2 Stunde mit meinem Haushalt beschäftigt, konnte ich mich gleich wieder der Krankenpflege widmen. Er hatte (ist ja schließlich ein Nager) sich den kompletten Verband vom Füßchen genagt - oooh mann- ich war am Boden zerstört. Durch das silbrige Wundspray, kam das rötliche Blut durch. Das ist Sch....... dachte ich mir, was tun????
Erstmal wieder rausnehmen, auf´s Handtuch und ihn mit Gürkchen vom nagen ablenken. Das half nur kurzweilig, weil der Schmerz muß groß gewesen sein. Zwischendurch wollte ich ihm aber auch wieder reinsetzen, denn ein 24-Std. Schoß-Aufenthalt ist bestimmt auch nicht gesund für ihn. Er braucht schließlich ja auch Ruhe. Also wieder versuchsweise rein. In seinem Häuschen muß er dann den "Rest" erledigt haben. Ich sah eine Blutspur (vom ersten rausnehmen stand er unter Dauerbeobachtung) und mußte ihn wieder herausnehmen. Es vergingen wirklich keine 10 Min. Also wieder Schoßparken -nützte nichts- Diesmal floß mehr Blut und ich bekam irgendwie Panik. Ich wollt´ zum TA -Hiiiiilllfe- Wir ließen alles stehen und liegen und fuhren zu einem, der Notdienst hatte. Wieder nahte Hilfe, doch als Teddy so auf dem Tisch saß und sich bewegte, war das Bein nicht nur dick (Entzündung) sonder komplett steif(?)
Er wollte Teddy einschläfern und machte uns keine Hoffnungen mehr. Ich wollte dann wenigstens eine Amputation (am besten gleich) aber auch da sah der TA für dieses Meeri keine Chance. Das kann doch nicht wahr sein. Ich wollte wenigstens eine Antibiotikum-Spritze für die Entzündung. Dazu hat er sich dann wenigstens überreden lassen. Dann sollte ich mich entscheiden. Ja und ich hab mich entschieden...........................
..................ihn einzupacken und mitzunehmen. Ich hab´ nur geheult!!! Also nach Hause und Nachtschicht schieben!!! Ich parkte ihn (mit Käfig) neben meinem Bett und hatte eine schlaflose Nacht aber am nächsten Morgen war er noch in seinem Käfig und ich war heilfroh, daß er noch lebte. Gottseidank hatte Dr. B. Sprechstunde. Immerhin hatte er uns geholfen und kannte sich ja bestens aus. Eine Kollegin war da und konnte ebenfalls helfen. Ich erzählte ihr von unserem "Notbesuch" und wollte eine Amputation (Hunde laufen schließlich auch auf 3 Beinen -wenns sein muß) aber irgendwo war da doch noch leben im Bein. Wir wissen nicht warum er sich wieder über den Untersuchungstisch schieben konnte, waren aber über die Diagnose mehr als glücklich, daß keine Amputation nötig war*freu* Wieder bekam er einen Verband und die TÄ verpaßte ihm eine Halskrause. (die kleinste die da war) es war einen Versuch wert. So verpackt, paßte er nicht mehr in die Transportbox und ich behielt ihn -wieder mal- auf meinem Schoß. Es sah wirklich lustig aus -ein Meeri mit Halskrause- aber wenn´s hilft???
In seinem Käfig verhedderte er sich aber irgendwie und die Krause wirkte eher wie ein Schaufelbagger, so daß er sich das Zeitungspapier vorne mit einlud. Das ging nicht und die Krause mußte wieder ab. Der arme Kerl hatte soviel hinter sich gebracht (OP, Verletzung, Streß) da fing er an nicht mehr zu fressen und das ist für ein Meeri ein sehr großes Problem. Denn es muß schließlich dauernd fressen. Wir päppelten ihn mit sämtlichen Sachen, die Meeris halt gern´ fressen aber nichts half. Von unserer Züchterin bekam ich den Tipp, Bird-bene-bac zu geben. Wir besorgten es sofort. Das half. Er mochte es und bekam erstmal ein bischen davon. Denn Heu hat er völlig abgelehnt. Da wir Herbst hatten, habe ich ihm die Maiskolbenblätter gegeben. Das war das einzige was er die nächsten Tage gefressen hatte. Es war super anstrengend ihn wirklich jeden "Bissen" sozusagen ins Mäulchen zu "stopfen" Aber er mußte ja was fressen. Er mußte jetzt zwangsernährt werden, denn das tägliche wiegen, zeigte uns, daß er mehr und mehr abmagerte.(600 gr.!!) Panik kam hoch und ich kochte einen Brei. Ich löste die Pellets auf mit Heißwasser und mischte sehr kleingeschnittenes Heu dazu. Das löst sich nämlich schlecht auf und muß deshalb sehr klein geschnitten werden. In der größen Spritze die es gibt, hab ich diesen Brei (sehr wohl abgekühlt!) eingefüllt und zusätzlich die Spitze von der Plastikspritze abgeschnitten. Er fand diese Zwangsernährung gar nicht lustig aber was sein mußte, mußte sein. Zumindestens hatte er was im Bauch. Es war ein Wechselspiel zwischen Zwangsernährung, Bene-bac und ein wenig getrocknete Maiskolbenblätter. Da er während er abnahm auch unterkühlt war -fühlte sich auch sehr kühl an- haben wir ihn immer mal wieder gewärmt (Wärmflasche ins Handtuch)und festgestellt, daß er es auch genoß. Für die Zeit wo er im Käfig war, haben wir eine Rotlichtlampe mit Abstand(und Kabelsicherung!) in den Käfig scheinen lassen. Zwischendurch mal abgestellt, weil sehr helles Licht. Ja und dann geschah das Wunder. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie ich geheult hab´ als er endlich wieder ein viertel von einem Gurkenstückchen fraß!!!!!!!Von da an ging es bergauf. Es blieb erst bei wenig Gurke aber dann knabberte er schon wieder neugierig an ein paar Heu-Hälmchen. Ich konnt´ es noch gar nicht glauben??? Sein Verband (den habe ich ihn aus Heftpflaster gebastelt) habe ich alle 2 Tage kontrolliert und dann das Wundspray aufgetragen, was sehr eklig schmecken soll für die Meeris. Das Spray habe ich zusätzlich auf den Verband aufgetragen, so daß er den nicht mehr annagen wollte (nur so konnte darunter sein Füßchen heilen)Leider hielt dieses Spray für ca. 2-3 Std. so das ich nachsprayen mußte(nur obenauf das Pflaster) Aber es schien zu helfen. Die Entzündung wich, das Beinchen wurde wieder "schmaler" (war ja alles geschwollen) und auch das Füßchen sah besser aus. Wir waren regelmäßig zur Kontrolle bei Dr. B. der sehr zufrieden war. Gefressen hat er dann wieder und wir mußten nur aufpassen, daß er nicht seinen Verband annagte. Also immer wieder "sprayen" und beobachten. Seinen Verband mußte er noch lange tragen und er mußte 2 Zehen einbüßen. Mittlerweile war der Zeitraum um, wo er zu den Mädels konnte. Wir hatten nur Angst, daß die Weibchen in überlegen sein könnten. Aber er lief bereits in seinem Auslauf wie jedes andere Meeri auch (nur halt mit Pflaster*gg*)und war anscheinend super happy, daß er auch nicht mehr alleine war.
Wenn ich ihn heute sehe, weiß ich das es das alles Wert war, er kann rennen wie jedes andere Schweinchen und man muß schon genau hinsehen, daß er nur noch 1 Zeh hat am linken Fuß. Da wir ihn wohl zu gut gepäppelt haben*g* wiegt er jetzt 1020 gr. aber das Frühjahr ist da und da kommen unsere alle tagsüber in den Garten, da kann er sich dann alles wieder "ablaufen". Oder wieder anfressen???*gg*